Clickertraining     



Viele von euch werden jetzt vermutlich sagen: "Clickertraining, was ist das denn?" oder
"Clickern mit Vögeln?"

Ja, sag ich da nur. Einige werden sicher das Clickertraining für Hunde und Katzen kennen und
bei den Vögeln funktioniert es im Prinzip genauso. Clickertraining kann man sowohl mit keinen
Wellensittichen als auch mit großen Aras machen. Ihr würdet gar nicht glauben wie intelligent diese
Tiere sind. Aber man nennt Papageien ja nicht umsonst "Die Primaten unter den Vögeln".
 

Clickertraining, ist ein Training, welches ausschließlich nur mit Belohnung in Form von Leckerli´s
geübt wird. Belohnungen gibt es jeweils für ein (ausschließlich) positives Verhalten, welches
wir mit dem Clickern bestärken wollen. Da die Vögel schnell bemerken, dass sie für ein bestimmtes
Verhalten eine Belohnung bekommen, zeigen sie dieses dann auch immer öfter.

Clickertraining bietet außerdem eine gute Möglichkeit, dass Mensch und Tier sich besser
kennen lernen und gegenseitig Vertrauen aufbauen.

Zum Clickern benötigt man lediglich einen Clicker, einen Tagetstick und natürlich ein Leckerchen.
Die Größe des Tagetsticks variiert je nach Größe des Vogels. Ich nehme z. B. immer Holzschaschlikspieße.

Im Anschluss habe ich meine kleinen und manchmal großen Fortschritte fotodokumentarisch
festgehalten und werde jeweils eine kurze Erläuterung zu den Fotos geben.

 


Im Februar 2006 trauten sich dann unsere Zwerge uns Hirse aus der Hand zu fressen. Zu der Zeit hatten wir noch
nicht mit ihnen geclickert. Aber sie nahmen sie nur, wenn man sie am hintersten Ende der Hirse festhielt.


Noch einige Wochen später, trauten sich die Zwerge dann, uns direkt aus der Hand zu fressen. Aber alles nur
ganz ganz vorsichtig und sehr zögerlich.


Poldi kam ja dann im Mai zu uns. Obwohl sie so zutraulich war, hatte sie sehr große Angst vor der Hand. Im
September 2006 traute sie sich dann plötzlich uns Sonnenblumenkerne aus den Fingern zu nehmen. Ab da
nahm ich mir vor, intensiv mit den Kleinen zu clickern.


Speedy und Rudi ließen sich dann auch nicht mehr lumpen und mopsten uns einen Kern nach dem anderen
aus unseren Fingern. Ich clickerte und hielt ihnen einen Kern hin. Sobald sie das Geräusch des Clickers
hörten, wussten sie, dass es nun ein Leckerchen gibt.


Poldi war mit Abstand die pfiffigste und lernfähigste unserer Zwerge. Schnell konnte das Training mit dem
Tagetstick beginnen. Hier musste Poldi in die Spitze des Stabes kneifen, dann folgte der Click und dann das
Leckerchen. Nach einigen Tagen liefen sie dem Stock überall hinterher. Auch Rudi und Speedy hatten den
Trick schnell raus. Jeder wollte zuerst in den Stab zwicken.


Anschließend ließ ich die Zwerge dem Stock nachfliegen. Ich fing mit dem Kopf an, denn da hatten sie die wenigste
Angst vor. Mit Poldi konnte ich fast täglich einen Schritt weitergehen. Sie lotste ich dann auf die Schulter und
ließ sie von da an jeden Tag meinen Arm ein Stück weiter runter klettern.


Rudi traute sich dann bereits nach einiger Zeit auf meinen Unterarm zu steigen. Erst nur mit einem Füßchen (auch
dafür gab es eine dicke dicke Belohnung). Einige Tage später saß er dann ganz drauf. Auch ihn ließ ich dann
mit Hilfe des Tagetsticks den Arm weiter runter laufen.


Und plötzlich kam Rudi auch direkt auf die Hand geklettert. Er merkte sehr schnell dass er keine Angst davor
zu haben braucht. Seitdem sitzt er ohne Probleme auf dem Finger. Mit dem Clickern brachte ich den Zwergen
auch z. B. das Kommando "Auf", "Ab" und wenn sie angeflogen kommen sollten "Komm" bei. Das hat sehr viel
vereinfacht.


Wie bereits gesagt, war Poldi in allen Sachen die absolute Vorreiterin. Sie traute sich als Erste auf der offenen
Handfläche zu sitzen, und sich dort ihr Leckerchen abzuholen. Wenn ein Vogel sich traut auf die geöffnete
Handfläche zu setzen, ist das wohl der größte Vertrauensbeweis, denn normalerweise könnte man ja nun problemlos
zupacken. Aber durch das Clickern haben die Zwerge gemerkt, dass ihnen nichts passiert und sie mir vertrauen können.


Mittlerweile ist es Standart, dass ich hier von bis zu 7 Tieren belagert werde (Rudi, Poldi, Speedy, Ringel,
Blümchen, Lucy und Luca). Glucke ist die Einzigste die sich noch nicht traut. Aber das muss sie auch nicht, wenn sie
sich irgendwann traut, dann ist es gut, ansonsten eben nicht, ich hab sie deshalb nicht weniger lieb. Entweder machen sie es sich auf meinem Kopf oder meiner Schulter, oder aber auch auf dem Arm bequem und halten dort auch schonmal ein kurzes
Nickerchen. Inzwischen kommen sie bereits ohne Hilfe des Tagetsticks angeflogen. Das Leckerchen gibt es nur noch
zwischendurch, um ihnen auch zu zeigen, dass sie wieder etwas toll gemacht haben.

 

So, dass waren mal ein paar Eindrücke von meinem Clickertraining. Zum Clickertraining gibt es auch ein klasse Buch,
welches speziell für Vögel ist. Dieses Buch heißt: Die Vogelschule - Clickertraining und ist von Ann Castro.
Dieses Buch erhält man (meist nach Bestellung) in jeder Buchhandlung.
Probiert das Clickern einfach mal aus. Ihr werdet erstaunt sein, wie intelligent die kleinen und großen Vögel sind und
vor allem bereitet es sowohl Mensch als auch Tier unglaublich viel Freude und Spaß und stärkt das gegenseitige Vertrauen.